Techniken der Bestrahlung

Bei jeder Strahlentherapie verfolgen wir das Ziel, die Tumorregion vollständig zu erreichen. Gleichzeitig konzentrieren wir uns darauf, die umliegenden Körperregionen zu schonen. Dabei setzen wir die folgenden Bestrahlungstechniken ein:

  • Dreidimensionale Strahlentherapie (3D-Bestrahlung)
    
Vor Beginn der Behandlung legen wir mittels einer Computertomographie oder einer Magnetresonanztomographie das sogenannte Zielvolumen fest: Es entspricht der Region Ihres Körpers, die mit der Strahlentherapie behandelt werden soll. Gleichzeitig bestimmen wir die Regionen, die nicht durch die Bestrahlung belastet werden sollen. Auf dieser Basis wählen wir die optimale Bestrahlungstechnik. Wir legen die Anzahl und Form der Bestrahlungsfelder sowie die Einstrahlrichtungen fest und berechnen computergestützt die Dosis.

  • Intensitätsmodulierte Radiotherapie (IMRT)
    
Die IMRT gibt uns die Möglichkeit, auch Zielvolumina zu bestrahlen, die ein Risiko-Organ teilweise oder sogar vollständig umschließen. Dabei variiert die Dosisintensität innerhalb eines Bestrahlungsfeldes, sodass sich die Bestrahlungsdosis auch an komplex geformte Tumore anpassen lässt. Auf diese Weise wird das umliegende gesunde Gewebe bestmöglich geschont.

  • Volumetric Modulated Arc Therapie (VMAT)
    
Die VMAT gehört zu den Techniken der IMRT. Bei dieser Technik strahlt das Gerät, während es um den Patienten rotiert und gleichzeitig die Dosisintensität variiert.

  • Brachytherapie
    
Bei der Brachytherapie behandeln wir Sie von innen mit Strahlung, die nicht von Maschinen erzeugt wird, sondern von radioaktiven Nukliden ausgeht. Diese Strahlung erzielt eine hohe Wirkung in ihrer unmittelbaren Umgebung. Doch schon ein wenig entfernt ist die Strahlung so weit abgeschwächt, dass umliegendes gesundes Gewebe geschont wird.

    Es gibt zwei Verfahren:

    • Afterloading
      
Hierbei positionieren wir mit einem sogenannten Afterloading-Gerät ein Radionuklid, meist Iridium-192, mithilfe eines dünnen Führungsdrahtes für wenige Minuten in unmittelbarer Nähe der Tumorregion. Das Radionuklid gibt dort Strahlung ab. Die Behandlung ist normalerweise schmerzfrei, gelegentlich (z. B. Bronchialsystem, Prostata) kann eine Narkose erforderlich sein.

    • Seeds
      
Seeds sind wenige Millimeter große Stifte, die wir unter Narkose in das zu behandelnde Gewebe einbringen. Dort verbleiben die Seeds dauerhaft und geben über einige Monate hinweg stetig Strahlung in ihre direkte Umgebung ab. Dieses Verfahren wird bei der Behandlung früher Prostataerkrankungen eingesetzt.